In dem elektronischen Papier, eine Entwicklung der Firmen E-Ink und Philips, bewegen sich schwarze und weiße Mikropartikel in vielen, mit Flüssigkeit gefüllten Mikrokapseln je nach anlegter Steuerspannung zur Bildschirmoberfläche, um einen schwarzen Bildpunkt vor weißem Hintergrund darzustellen. Das Geheimnis des geringen Stromverbauchs: Nur zum Wechsel einer Buchseite ist ein kleiner Stromfluss nötig. Ohne Stromzufuhr bleibt die jeweils letzte aufgerufene Seite sichtbar – und das so kontrastreich wie bedrucktes Zeitungspapier, so dass die Schrift auch bei direkt einfallendem Sonnenlicht lesbar bleibt.
Mit ausgewählter Literatur, Manga-Comics und Wörterbüchern passt Sony sein “LIBRIé” zunächst einmal an den japanischen Markt an. Mit einigen Tasten für die Steuerung lässt sich leicht durch die gespeicherten Buchseiten oder die Wortlisten der Nachschlagewerke “blättern”. Wichtiger Partner von E-Ink und Sony ist der niederländische Konzern Philips, der aber selbst noch keine Produkte mit elektronischem Papier vorgesehen hat. Doch Philips stellt in einer eigenen Fertigungslinie im japanischen Kobe mit dem Display das zentrale Modul für das elektronische Buch von Sony her.
Europa wird sich jedoch noch etwas gedulden müssen, bevor ein Produkt mit elektronischem Papier in den Läden liegen wird. “Für eine solche Anwendung kommt es auf die verfügbaren Inhalte an”, so Philips-Pressesprecherin Ellen de Vries. “Daher sprechen wir zur Zeit mit Verlagshäusern, ob sie Interesse an Veröffentlichungen ihrer Werke auf solchen elektronischen Geräten haben. Interessant könnte das vor allem für Schulbücher sein, damit Kinder nicht mehr so schwere Schultaschen tragen müssen.”





