Wenn Strom durch ein leitfähiges Material fließt, bringt dies Elektronen in Bewegung. Durch Kollisionen übertragen sie einen Teil ihrer Bewegungsenergie an das Kristallgitter des Materials und erzeugen Gitterschwingungen, die wiederum Wärme erzeugen. Zusammenstöße der Elektronen untereinander sind in klassischen metallischen Leitern dagegen deutlich seltener. Anders ist dies bei Graphen: In diesem zweidimensionalen Netz aus wabenförmig miteinander verknüpften Kohlenstoffatomen sorgen physikalische Effekte dafür, dass Gitterkollisionen kaum vorkommen, dafür aber die Elektronen ungewöhnlich stark miteinander interagieren. “Dieses vom kollektiven Verhalten der interagierenden Ladungsträger dominierte Regime kann seltsame Transportmerkmale hervorbringen wie eine Viskosität oder sogar Turbulenzen”, erklären Marius Palm von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und seine Kollegen. Die Elektronen verhalten sich im Graphen dadurch wie eine Flüssigkeit.





