Amerikanische Ingenieure haben mit dem Bau eines Highways zum Südpol begonnen. Die Eisstraße soll die amerikanische McMurdo-Station mit der Scott-Amundsen-Station am geografischen Südpol verbinden und führt über das Ross-Schelfeis und das Transantarktische Gebirge. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die Ingenieure räumen die Route vom Schnee, glätten raue Eisoberflächen und füllen Gletscherspalten auf. In den kommenden Wochen soll die Straße bereits einen großen Teil des Ross-Schelfeises überquert haben und bald den Fuß der Berge erreichen. Damit wäre die Hälfte der insgesamt 1.600 Kilometer langen Strecke geschafft. Ist der Highway erst einmal fertig, muss er dann jedes Frühjahr gewartet, auf Risse und Eisbewegungen untersucht und von neuem Schnee und Eis befreit werden.
Die Straße ist als feste Einrichtung zur Versorgung der Scott-Amundsen-Forschungsstation am Südpol gedacht. Bisher sind die Wissenschaftler nur aus der Luft zu erreichen, was allerdings aufgrund des Wetters häufig unmöglich ist. Auf dem Eishighway wird die Hinfahrt zum Pol, der auf etwa 2800 Höhenmetern liegt, schätzungsweise zwanzig Tage dauern. Die Rückreise sollte nur die Hälfte der Zeit in Anspruch nehmen, da es dann hauptsächlich bergab geht. Als Fahrzeuge auf der eisigen Oberfläche eignen sich beispielsweise langsame Raupenschlepper oder Schlitten.
Der ursprüngliche Anlass für den Bau der Straße ist die Verlegung eines Glasfaserkabels zur Südpolstation. Das 250 Millionen Dollar teure Kabel soll die Kommunikation mit den Forschern verbessern und in den nächsten fünf Jahre verlegt werden. Die Station liegt außerhalb des Bereichs der meisten Satelliten, weshalb der Kontakt bislang enorm erschwert war.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





