Ein neues Analysegerät soll winzige Spuren von Aminosäuren auf dem Mars aufspüren. Diese Biomoleküle sind die Bausteine von Proteinen, die in lebenden Zellen und Viren wichtige Funktionen übernehmen. Die neue Technik könnte Wissenschaftlern ein extrem sensibles Werkzeug für die bisher erfolglose Suche nach Leben auf dem Nachbarplaneten in die Hand geben. Wissenschaftler der Universität in Berkeley stellen ihre Entwicklung im Fachmagazin PNAS vor (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0406798102).
Die beiden
Viking-Bodensonden, die 1976 auf dem
Mars gelandet waren, konnten keine eindeutigen Spuren von organischen Molekülen auf dem Roten Planeten nachweisen. Wissenschaftler zweifeln jedoch an der Verlässlichkeit der damals verwendeten Messmethode, da sie bei geringen Probenkonzentrationen und bei den auf dem Mars herrschenden trockenen Bedingungen ungenaue Ergebnisse lieferte, wie sich bei nachgestellten Versuchen auf der Erde zeigte.
Der nun von Richard Mathies und seinen Kollegen entwickelte “Mars Organic Analyzer” (MOA) ist etwa tausendfach genauer. Das Analysegerät kann kleinste Mengen von Aminosäuren nachweisen: Es spürt diese Bausteine des Lebens selbst in Konzentrationen von 10 ppb auf, was einem Molekül unter 100 Millionen Teilchen entspricht.
Einen Feldtest in der Atacamawüste in Chile, einem der trockensten Orte der Erde und damit der Marsoberfläche ähnlich, konnte das Gerät bereits bestehen. Im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA bereiten Forscher das Gerät nun für einen Einsatz auf dem Mars vor. Ein Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren könnte ein Hinweis darauf sein, dass es einfaches Leben auf dem Planeten gibt oder gegeben hat.
ddp/wissenschaft.de ? Birgit Buchroithner