In seiner Kultur- und Naturgeschichte des Feuers versammelt Pyne viele solcher Erkenntnisse, die sich auch am Lagerfeuer gut erzählen ließen. Viele Leser dürfte überraschen, dass es Feuer nicht immer gab. Erst als Pflanzen vor mehr als 420 Millionen Jahren die Atmosphäre mit Sauerstoff anreicherten und genügend Biomasse produzierten, entstanden durch Blitzschlag die ersten Brände.
Die Beziehung zwischen Mensch und Feuer hat Landschaften und Ökosysteme über Jahrtausende geprägt. Aborigines zündeten den Busch an, um die Jagd auf Kängurus zu erleichtern. Bauern nutzten Feuer, um Felder zu regenerieren. Aus der kohlegetriebenen Dampfmaschine und dem Verbrennungsmotor entstanden Industrialisierung und Klimawandel, daraus wiederum vielerorts die Voraussetzungen für heutige Megabrände. Alles Facetten einer zentralen Einsicht: Der Mensch prägt den Planeten als Feuer-Spezies. Bernd Hauser
Stephen J. Pyne
Feuer – Eine Kultur- und Naturgeschichte
Haupt Verlag, 208 S., € 28,–
ISBN 978–3–258–08411–4





