Nach dem Anschlag in den Vereinigten Staaten haben mehrere US-Medien berichtet, dass in einer der entführten Maschinen nach dem Überfall der Terroristen ein Mikrofon offen geblieben sei. Die Aufnahme könnte den Ermittlern wichtige Anhaltspunkte über die Ereignisse an Bord liefern. Auch von den Flugschreibern erhoffen sich die Ermittler detaillierte Informationen über die Entführung der Maschinen.
Flugzeuge werden seit Ende der 50er Jahre mit Flugschreibern ausgestattet. Sie sollen helfen, die Gründe für ein Flugunglück zu analysieren. Maschinen mit einem Gewicht von mehr als 5,7 Tonnen werden mit zwei dieser so genannten “Black Boxes” ausgerüstet. Während das erste Gerät die Geräusche an Bord mitschneidet, zeichnet das andere die Flugparameter wie Geschwindigkeit, Fluglage und den Kurs auf.
Die Black Box für Tonmitschnitte befindet sich in einem Metallgehäuse und umgibt das Band mit einer thermischen Schutzhülle. Während des Flugbetriebs läuft das Band zunächst über einen Löschkopf, passiert dann den Aufnahmekopf und wird auf den gleichen Wickel wieder aufgespult. Nach diesem Prinzip lassen sich beim Stimmenrekorder die letzten 30 Minuten mitschneiden – der Datenschreiber hält dagegen die letzten 25 Stunden fest.
Auf dem Band befinden sich mehrere Spuren, auf denen die Kommunikation und Geräusche im Flugzeug von verschiedenen Positionen aus festgehalten sind. So lassen sich etwa Gespräche zwischen Kopilot und Bordkommandant mit der Flugkontrolle, Alarmsignale sowie Geräusche über das Raummikrofon in der Kabine nachvollziehen.
Der Datenschreiber registriert alle Flugparameter, die über das Verhalten des Flugzeugs während eines Zwischenfalls Aufschluss geben können. Unter einem Mikroskop lassen sich magnetische Übergänge auf dem Datenband erkennen und abfotografieren. Um eine Sekunde Flugzeit zu rekonstruieren, benötigen die Experten 15 bis 18 Fotos.
pte





