Strukturell unterschied sich das Röhrenknochenmark des Dinosauriers von anderen Knochengewebetypen und auch vom Röhrenknochenmark der rund 9.000 Arten der so genannten Neukiefervögel ( Neognathae). Zu dieser Unterklasse der Vögel gehören unter anderem die Sperlingsvögel mit ungefähr 5.300 Arten. Es wies aber Ähnlichkeiten zum Knochenmark der Emus und Strauße auf: So waren auch im Mark des Tyrannosaurus rex zahlreiche Blutgefäße vorhanden. Zudem war das Röhrenknochenmark des Sauriers ähnlich wie bei den Laufvögeln in den näher beim Körper liegenden Knochen weitaus häufiger anzutreffen als in den weiter entfernt liegenden. Auch wird das Knochenmark der Dinosaurier, Emus und Strauße von denselben Strukturen gebildet.
Die Forscher vermuten deshalb, dass diese Ähnlichkeiten auf ein und dieselbe Struktur zurückzuführen sind, die bereits bei einem gemeinsamen Vorfahren auftrat. Da Krokodile, die wie die Vögel zu den so genannten Archosauriern gehören, jedoch kein Röhrenknochenmark besitzen, seien die Dinos wahrscheinlich näher mit den Vögeln verwandt als mit anderen, heute noch lebenden Archosauriern, erklären die Wissenschaftler.
Das Röhrenknochenmark soll sich laut Schweitzer zuerst bei kleinen Arten der Dinosaurier-Unterordnung der Theropoden gebildet haben, die viel Nachwuchs zeugten. Eine relativ dicke Knochenrinde, wie sie beim Tyrannosaurus Rex vorkommt, dürfte jedoch den Bedarf an Knochenmark verringert haben. Die Forscher glauben deshalb, dass der oben beschriebene Tyrannosaurus rex relativ ursprünglich ist. Weitere Studien sollen nun zeigen, ob diese Hypothese stimmt.
Mary Schweitzer ( Universität von North Carolina, Raleigh) et. al.: Science, Bd. 308, S. 1456




