1. Was ist digitale Forensik?
Digitale Forensik bezeichnet den systematischen Prozess der Identifikation, Sammlung, Analyse und Dokumentation digitaler Beweise. Das Ziel ist im Wesentlichen dasselbe wie bei den analogen Kollegen: Die gerichtsfeste Sicherung von Spuren, die bei der Aufklärung von Straftaten helfen können. Anders als bei der klassischen Forensik, wo Fingerabdrücke oder DNA-Spuren im Mittelpunkt stehen, geht es hier allerdings um Datenspuren
Die Anfänge der digitalen Forensik reichen bis in die 1980er Jahre zurück, als Computer erstmals in nennenswertem Umfang für kriminelle Aktivitäten genutzt wurden. Was damals mit vergleichsweise simplen Datenrettungsmethoden begann, hat sich zu einer hochkomplexen Disziplin entwickelt, die ständig mit dem neuesten Stand der Technik Schritt halten muss.
Drei Grundprinzipien sind dabei unverhandelbar:
Der rechtliche Rahmen für diese Arbeit ist komplex und umfasst neben der Strafprozessordnung auch Datenschutzgesetze und internationale Abkommen zur Bekämpfung von Cyberkriminalität.
2. Die aktuelle Bedrohungslandschaft
Auch wenn 2025 wohl erstmals seit längerer Zeit die Zahl der finanziell motivierten Cyberangriffe leicht sinken wird – eine Entwicklung, die vor allem auf erfolgreiche internationale Ermittlungen zurückzuführen ist, an denen auch das BKA (Bundeskriminalamt) und BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) maßgeblich beteiligt waren – bleibt die Lage dennoch angespannt. Der aktuelle BSI-Jahresbericht zeigt, dass die Zahl der täglich neu entdeckten Schwachstellen um 24% gestiegen ist. Besonders beunruhigend ist aber die zunehmende Professionalisierung der Täterstrukturen.
Was früher das Werk einzelner “Hacker” war, ist heute ein florierendes Geschäftsmodell: “Cybercrime-as-a-Service” (CaaS). In diesem Ökosystem bieten spezialisierte Akteure ihre Dienste an – vom Entwickler der Schadsoftware über den Betreiber der Infrastruktur bis zum “Geldwäscher”, der Kryptowährungen in Bargeld umwandelt.





