Indem es analysiert, wie oft sein Eigentümer jemanden sieht, kann das Gerät zusätzlich Aussagen über die Stärke von Freundschaften machen. Möglicherweise würde es sogar einen Flirt bemerken, bevor der Besitzer selbst es tut. Damit wäre das System auch ein wertvolles Werkzeug für Soziologen, die mit seiner Hilfe die Interaktionen zwischen Menschen und damit soziale Netzwerke genau untersuchen könnten. Bisher sind sie dazu auf freiwillige Angaben im Rahmen von Umfragen angewiesen, die sehr ungenau sein können. Außerdem könnte das Handy der Zukunft für die Analyse, wie sich Epidemien verbreiten, wertvolle Beiträge leisten, berichtet der “New Scientist”.
Das Mobiltelefon der Zukunft könnte zum allgegenwärtigen persönlichen Berater avancieren, der den Lebenswandel seines Besitzers beinahe besser kennt als er selbst. Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt ein lernfähiges Handy entworfen, das vorhersieht, was sein Eigentümer unternehmen wird und entsprechende hilfreiche Ratschläge geben kann. Über die Entwicklung von Nathan Eagle und Sandy Pentland vom Massachusetts Institut für Technologie in Cambridge berichtet das britische Fachmagazin New Scientist (Ausgabe vom 27. November, S. 21).
Das System nutzt eine von finnischen Forscher entwickelte Software namens “Context”. Gewohnheiten und Lebensstil des Besitzers werden über Gespräche und Textnachrichten oder auch über Zusatzfeatures wie beispielsweise eine integrierte Weckfunktion protokolliert. Durch Bluetooth-Technologie und Ortsbestimmung über Sendefunkmasten bemerkt das Handy zudem, wen sein Besitzer wann und wo trifft. Das Gerät lernt beispielsweise, dass aller Wahrscheinlichkeit nach ein feuchtfröhlicher Abend ansteht, wenn kurz nach 17.00 Uhr mit mindestens drei Freunden telefoniert wird. Sollte jedoch am nächsten Tag ein wichtiges Meeting anstehen, könnte der elektronische Ratgeber warnen, lieber nicht zu viel zu trinken.
ddp/bdw ? Cornelia Dick-Pfaff





