von Nikolaus Fecht
Urban.KI“ heißt das Zauberwort, mit dem die Ruhrgebietsstadt Gelsenkirchen die kommunale Welt digitalisieren will. Das Konzept des Projekts wird getragen von der Stadtverwaltung sowie der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen. Es bündelt wissenschaftliche Expertise und kommunale Praxis – und das so erfolgreich, dass es schon mehrfach ausgezeichnet wurde. So würdigte die Düsseldorfer Initiative „Die Deutsche Wirtschaft (DDW)“ Urban.KI als „Innovator des Jahres 2025“. Auch das Deutsche Innovationsinstitut wurde auf das Projekt aufmerksam und zeichnete es 2025 als Business Innovator für seine „visionäre, wegweisende und zukunftsfähige Handlungsweise“ aus.
Diese Preise sind nur die sichtbare Spitze – dahinter steht ein Forschungsteam, das an einer digitalen Intelligenz für die Stadt von morgen arbeitet. Die Vision: Kommunen, die mithilfe von Daten und Künstlicher Intelligenz (KI) ihre Umwelt verstehen – und daraus lernen, wie sie besser werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke: Wenn Städte ihre Daten vernetzen, können sie aus Erfahrung lernen – und sich selbst verbessern.
Ein Kind des Ruhrgebiets
Der Ort, von dem aus diese Idee Gestalt annahm, liegt mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Die Westfälische Hochschule, mit rund 8.000 Studierenden, deckt technische, naturwissenschaftliche und wirtschaftliche Disziplinen ab. Damit bildet sie einen wichtigen Wissensmotor in einer Region im Wandel. In Gelsenkirchen sind zudem zentrale Forschungseinrichtungen angesiedelt – etwa das Institut für Internetsicherheit, das Geospatial Lab für Künstliche Intelligenz und kommunale Geoinformationen, das Lehr- und Forschungsgebiet Autonome Systeme sowie das Institut für Journalismus und PR.
Wichtige Akteure des Projekts lehren an der Westfälischen Hochschule: Julia Frohne und Christian Kuhlmann bilden gemeinsam mit Karin Küffmann aus der Wirtschaftsinformatik das interdisziplinäre Leitungsgremium von Urban.KI. Frohne, Professorin am Institut für Journalismus und Public Relations, sorgt dafür, dass Forschung sichtbar wird. Erfahrung aus KI-Projekten, Stadt- und Umweltplanung bringt Christian Kuhlmann, Professor für Mathematik und Informatik, ein. Koordinator des Projekts ist Tobias Urban, Professor für Informatik mit Schwerpunkt IT-Sicherheit und Datenschutz. Er hat zuvor im Hochsicherheitsbereich gearbeitet – für NATO, Grenzschutz und Gesundheitswesen. Heute sorgt er dafür, dass die neu entwickelten KI-Anwendungen nicht nur leistungsfähig, sondern auch datenschutzkonform sind.
Mittlerweile gibt es rund 60 Anwendungsideen, von denen neun konkrete Konzepte mit Gemeinden aus dem ganzen Bundesgebiet umgesetzt werden. Zu den Projektpartnern gehören das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS und PROSOZ Herten.






