Aber nicht mit Dava Sobel. Die amerikanische Journalistin bekannt geworden als Autorin des Bestsellers Längengrad hat sich ihren Weltraum eingerichtet wie ein gemütliches Wohnzimmer. Da verdeckt die Schöpfungsgeschichte den schauerlichen Blick ins Nichts, da wärmt sich der Leser am Kaminfeuer der historischen Astronomie. Ein Marsbrocken plaudert aus seinem Leben, Venus, Jupiter und Saturn erstrahlen im milden Licht barocker Landschaftsmalerei, Mythologie und Kulturgeschichte versöhnen All und Mensch.
Sobel scheut weder vor Gedichten und Anekdoten noch vor fiktiven Briefwechseln zurück. Dava Sobel dienen Astrologie und Science-Fiction zur heimeligen Ausgestaltung ihres Refugiums. Das heißt keineswegs, dass sie in ihrem Buch neue wissenschaftliche Erkenntnisse und komplexe Zusammenhänge ausklammern würde. Nur macht sie dies auf so charmante, intelligente, bildhafte und unterhaltsame Weise, dass der Leser, der dem All zuvor in herzlicher Gleichgültigkeit verbunden war, unversehens zum Planetenfan konvertiert.
Hans Schmidt





