Mit reichlich Verspätung geht UMTS in Deutschland demnächst an den Start. In Österreich kann man schon seit dem Frühjahr mit dem neuen Mobilfunk-Standard telefonieren. Die Begeisterung für die neue Technologie hält sich jedoch überall in Grenzen.
Wer in diesem Sommer seine Ferien in Österreich verbracht hat, konnte dort einen Blick in die Zukunft werfen. Denn anders als in Deutschland hat in der Alpenrepublik das UMTS-Zeitalter begonnen. Neben Italien und Großbritannien ist auch in Österreich die „ dritte Generation des Mobilfunks” gestartet – und es ist bislang das einzige Land, wo gleich zwei UMTS-Anbieter um die Gunst der Mobilfunkkunden buhlen: Mobilkom Austria schaltete am 25. April sein UMTS-Netz frei, „3″, ein Tochterunternehmen des in Hongkong ansässigen Mischkonzerns Hutchison Whampoa, folgte nur zwei Wochen später.
Von einer Revolution im Mobilfunk, wie sie die Marketing-Teams der beteiligten Unternehmen auf dem Höhepunkt des UMTS-Fiebers vor rund drei Jahren prophezeit hatten, ist jedoch auch zwischen Bodensee und Burgenland nichts zu spüren. Das Interesse am Highspeed-Mobilfunk ist mäßig, der erhoffte Ansturm auf UMTS-Handys und neue Mobilfunkverträge blieb bisher aus – keine guten Vorzeichen also für die Anbieter in Deutschland, die in den nächsten Wochen und Monaten in einigen Regionen grünes Licht für die Nutzung von UMTS geben wollen: Die Telekom-Tochter T-Mobile und O2, die ehemalige VIAG Interkom, haben ihren UMTS-Start bis Ende September angekündigt. Vodafone will bis Ende des Jahres folgen. Die Düsseldorfer Firma E-Plus plant den Beginn des UMTS-Betriebs für Anfang 2004.
Diese vier Unternehmen sind die Einzigen, die übrig geblieben sind von den sechs Bietern, die am Ende der Versteigerung der Nutzungsrechte für die UMTS-Frequenzen in Deutschland am 17. August 2000 insgesamt 99,37 Milliarden D-Mark für ihre UMTS-Lizenzen bezahlten. Die beiden anderen haben wegen der immensen Summen, die nach dem Erwerb der Lizenzen auch für den Aufbau der Netze fällig gewesen wären, inzwischen das Handtuch geworfen. Quam, hinter dem die beiden Mobilfunkunternehmen Sonera (Finnland) und Telefónica (Spanien) steckten, gab Ende 2002 auf. Mobilcom aus Büdelsdorf in Schleswig-Holstein, stoppte – nach wochenlangem Hickhack mit seinem Partner France Telecom – wenig später ebenfalls sein UMTS-Engagement. Sendeanlagen und Funktechnik verkaufte Mobilcom im Juni für rund 20 Millionen Euro an den Konkurrenten E-Plus.
Ursprünglich planten die Käufer der UMTS-Lizenzen, die Netze für den neuen Mobilfunkstandard bis zum Jahr 2002 in Betrieb zu nehmen. Der Startschuss wurde dann aber immer wieder vertagt. Die Netzbetreiber schoben den schwarzen Peter dafür den Handy-Herstellern zu: Diese seien nicht in der Lage, rechtzeitig ausreichend viele und technisch ausgereifte UMTS-Mobiltelefone zur Verfügung zu stellen. Unabhängige Experten sehen den Grund für die Verzögerung dagegen vor allem in den riesigen Löchern, die die horrenden Kosten für die UMTS-Lizenzen bei den Netzbetreibern hinterlassen haben. „Viele Unternehmen haben bei der Ersteigerung ihr Pulver verschossen. Deshalb gehört Deutschland beim Starttermin für UMTS zu den Nachzüglern in Europa”, sagt Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Unternehmensberatung Mummert & Partner. „Wenn man wirklich gewollt hätte, hätte man UMTS schon vor zwei Jahren aufbauen können”, ist Prof. Peter Jung, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen in Duisburg, überzeugt. Doch die Netzbetreiber haben aus wirtschaftlichen Gründen viele Aufträge an ihre Infrastruktur-Lieferanten storniert oder hinausgezögert. „Damit”, erklärt der Fraunhofer-Wissenschaftler, „ hatten die Lieferanten weniger Geld, um etwa die Entwicklung von Basisstationen und Vermittlungseinrichtungen voranzutreiben.” Auch die Entwicklung UMTS-tauglicher Mobiltelefone stockte: Was man nicht benutzen kann, lässt sich auch nicht verkaufen.
Dass an der Technik noch reichlich Entwicklungsarbeit nötig ist, zeigen die ersten Erfahrungen in jenen Ländern, wo bereits UMTS-Netze betrieben werden. Zum Beispiel die Telefone: Bis Mitte Juli gab es in Europa nur zwei verschiedene UMTS-Handys – das Motorola A830 und das NEC e606. Hinter dem von Mobilkom Austria angebotenen Siemens U10 verbirgt sich ebenfalls das Motorola-Gerät – die Münchner, die bislang kein eigenes UMTS-fähiges Mobiltelefon bieten können, haben das Handy lediglich nachträglich mit ihrem Firmen-Logo versehen. Beide Mobiltelefone fallen vor allem durch ihre unhandliche Größe auf. So ist das Siemens U10 alias Motorola A830 über 15 Zentimeter lang – und hat damit für ein modernes Handy geradezu monströse Ausmaße. Ebenfalls ein Mangel sind die sehr kurzen Akku-Laufzeiten. Beide UMTS-Telefone halten im Stand-by-Betrieb gerade mal rund einen Tag durch. Wer mit dem NEC-Handy ein etwa halbstündiges Videotelefonat führt, steht danach mit leerem Akku da. Besonders ärgerlich für die Nutzer ist, dass die automatische Übergabe von Gesprächen zwischen dem UMTS-Netz und dem herkömmlichen GSM-Netz, das so genannte Handover, oft nicht funktioniert. Dabei ist diese Fertigkeit der Telefone gerade in der Startphase der neuen Mobilfunk-Generation sehr wichtig. Denn die UMTS-Netze werden nirgendwo von Anfang an flächendeckend ausgebaut, sondern es gibt zunächst Inseln, die nach und nach erweitert werden. So kann der Wiener Provider Mobilkom Austria nach eigenen Angaben zwar bereits über 40 Prozent der Bevölkerung Österreichs mit UMTS versorgen, doch sein Netz beschränkt sich bislang auf die größten Städte des Landes und deren Umgebung sowie einige Ballungsräume, wie das Tiroler Inntal. Wenn man während eines Telefonats im Auto oder Zug ein solches Gebiet verlässt, sollte das Telefon automatisch von UMTS auf eine Übertragung mit der konventionellen GSM-Technologie umschalten. In der Realität werden jedoch viele Gespräche beim Verlassen der UMTS-Funkzelle schroff unterbrochen, und immer wieder schaltet sich dabei sogar das Handy komplett ab.
Ursache für die Schwierigkeiten beim Handover sind neben den unterschiedlichen Funkfrequenzen von GSM- und UMTS-Netz die prinzipiell verschiedenen Übertragungsverfahren (siehe Kasten rechts: „Schneller durchs Netz”). Während der GSM-Standard das so genannte Time Division Multiple Access (TDMA) nutzt, um die einzelnen Verbindungen im Netz zu trennen, arbeitet UMTS nach einem Wideband Code Division Multiple Access genannten Verfahren (WCDMA). Bei der TDMA-Technologie werden die Gespräche von verschiedenen Mobiltelefonen zeitlich zerhackt und in kurzen Zeitschlitzen abwechselnd nacheinander übertragen. Bei WCDMA dagegen werden die Signale der einzelnen Handys durch einen Code eindeutig gekennzeichnet, die Übertragung der Gespräche erfolgt gleichzeitig. Ein UMTS-Handy muss beide Technologien beherrschen und beim Abreißen einer UMTS-Verbindung blitzschnell zwischen ihnen umschalten können.
Ob die derzeitigen Probleme bei dieser Funktion durch das erste UMTS-Telefon des Marktführers Nokia ausgeräumt werden, muss sich erst noch zeigen. Mitte Juli begannen die Finnen mit der Auslieferung des Geräts mit der Nummer 6650. Berichten von Nokia zufolge hat es seine Praxistauglichkeit in einem Feldtest mit über 20000 Benutzern bereits unter Beweis gestellt. Auch mit den leidigen Verbindungsabbrüchen soll es durch das neue Handy weitgehend vorbei sein. So ganz sicher hinsichtlich der technischen Reife der eigenen Geräte scheint man sich aber bei Nokia nicht zu sein: „Bei UMTS wird es keinen Stichtag geben, an dem wir verkünden, dass alle Probleme gelöst sind”, schränkt Yrjö Neuvo, Chief Technology Officer des finnischen Unternehmens, ein.
Der mangelnde Enthusiasmus der Kunden für UMTS rührt allerdings nicht nur von den technisch unausgereiften Mobiltelefonen her. Auch die bisherigen Angebote, mit denen die Provider potenzielle Nutzer von UMTS überzeugen wollen, vermögen bisher kaum zu begeistern. So kann man sich in Österreich zwar die Tore aus den aktuellen Spielen der Fußball-Bundesliga als kurze Videoclips aufs Handy holen oder sich mit den Bildern von rund zwei Dutzend Live-Kameras einen Überblick über die Stau-Situation an den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten des Landes verschaffen – und natürlich im Internet surfen. Videotelefonate sind dagegen mit dem Siemens/Motorola-Telefon gar nicht möglich. Das Handy von NEC beherrscht zwar diese Technik, allerdings muss man bei jedem Videoanruf zunächst umständlich ein spezielles Headset aus der Tasche kramen und an das Telefon anschließen.
Um den Kunden Appetit auf den neuen Mobilfunkstandard zu machen, tüfteln etliche Unternehmen an weiteren Anwendungsmöglichkeiten für UMTS. So soll man mit einem UMTS-Handy künftig an jedem beliebigen Ort automatisch die gerade dort besonders nützlichen Daten empfangen können: zum Beispiel Informationen zu Hotels und touristischen Sehenswürdigkeiten in einer fremden Stadt oder zu den aktuellen Angeboten nahe gelegener Restaurants. Nokia und Kodak planen zudem gemeinsam die Entwicklung eines UMTS-Handys mit TV-Empfänger, mit dem man bald auch unterwegs fernsehen kann.
Für Ansporn bei den Entwicklern sorgen die neuesten Prognosen zur Akzeptanz solcher multimedialer Angebote. Sie klingen inzwischen nicht mehr so düster wie noch vor etwa einem Jahr. So fanden Wissenschaftler der Unternehmensberatung A.T. Kearney und des Judge-Instituts der britischen Universität Cambridge in einer Studie heraus, dass immer mehr Handy-Besitzer die Fähigkeiten moderner Mobiltelefone kennen und bereit sind, für ihre Nutzung zu zahlen. Den Weg dafür ebnen offenbar die aktuellen Handy-Modelle mit Digitalkamera, die sich rasant verbreiten und von vielen eifrig genutzt werden, um digitale Schnappschüsse übers Mobifunknetz zu verschicken – gegen Gebühr.
Dennoch verläuft der Einstieg in das UMTS-Zeitalter ausgesprochen träge. In Italien, Großbritannien und Österreich zählten die Anbieter der neuen Technologie bis Mitte Juli lediglich einige 10000 Teilnehmer in den UMTS-Netzen. Dabei rechnete Hutchison Whampoa in Großbritannien und Italien bis Ende 2003 mit jeweils einer Million UMTS-Kunden. Selbst in Japan, dem Land, das in den letzten Jahren stets den Vorreiter bei neuen Mobilfunk-Technologien spielte, kommt die dritte Mobilfunk-Generation nur langsam in Gang. Das Unternehmen NTT DoCoMo bietet den technikverliebten Japanern bereits seit Herbst 2001 den Dienst FOMA an, der auf einer ähnlichen Technologie wie das europäische UMTS basiert. Nach zwei Jahren bringt es FOMA allerdings nur auf magere rund 500000 Anwender – das entspricht gut einem Prozent der insgesamt rund 40 Millionen Kunden von NTT DoCoMo.
In Europa locken die UMTS-Anbieter daher mit immer günstigeren Angeboten. In Österreich und Italien senkte Hutchison Whampoa vor einigen Wochen deutlich sowohl die Grundgebühr für UMTS-Verträge als auch die Preise für UMTS-Handys. In Großbritannien müssen die Kunden des Unternehmens beim Abschluss eines UMTS-Vertrags seit August sogar keinen einzigen Pence mehr für das mitgelieferte NEC-Mobiltelefon bezahlen – bis vor einigen Wochen schlug das schon damals subventionierte Gerät noch mit umgerechnet über 500 Euro zu Buche. Im Vereinigten Königreich ist außerdem ein heftiger Streit zwischen Hutchison Whampoa und dem niederländischen Telefonkonzern KPN entbrannt. KPN ist mit 15 Prozent an der gemeinsamen UMTS-Tochter 3 UK beteiligt, würde wegen des schlechten Geschäftsverlaufs aber liebend gern wieder aussteigen. Im Juni hat das Unternehmen die Zahlung einer fälligen Rate von rund 150 Millionen britischen Pfund an Hutchison Whampoa verweigert. Der Konzern aus Hongkong zog daraufhin vor Gericht und verklagte seinen Partner auf Zahlung des ausstehenden Betrags.
Während bei den ersten Anbietern von UMTS offenbar die Nerven blank liegen, wird anderswo kräftig Kasse gemacht: Wireless LAN oder kurz WLAN (mitunter auch WiFi genannt) heißt die Technologie, die seit rund zwei Jahren weltweit gewaltig boomt. Mit ihr ist es möglich, von unterwegs mit dem Notebook oder PDA schnell, einfach und vergleichsweise preisgünstig ins Internet zu gelangen, Daten aus Firmennetzen abzurufen sowie E-Mails zu empfangen und zu senden. Mit einer Übertragungsrate von 54 Megabit pro Sekunde schickt WLAN die Daten weitaus schneller durchs Netz als UMTS. Alles, was man dazu braucht, ist eine etwa briefmarkengroße Steckkarte, die einige Dutzend Euro kostet und am Notebook oder PDA angebracht wird. Immer mehr tragbare Computer haben sogar einen WLAN-Chip fest integriert.
Ein Nachteil von WLAN ist allerdings die begrenzte Reichweite von maximal etwa 100 Metern. Sender für die Funktechnologie werden daher vor allem an besonders belebten Orten errichtet, wo sie vor allem Geschäftskunden den drahtlosen Weg ins Internet ermöglichen sollen. Außerhalb der Reichweite ist der Zugang zum Netz nicht möglich. Solche „Hotspots” sitzen beispielsweise an Flughäfen, Bahnhöfen, in Konferenzzentren und Messehallen. So installierte die Deutsche Bahn ab Anfang 2003 unter dem Namen rail&mail in allen Erste-Klasse-Lounges in ihren Bahnhöfen WLAN-Hotspots. Im nächsten Jahr sollen die WLAN-Funkzellen in einigen Bahnhöfen auf das gesamte Bahnhofsgelände ausgedehnt werden. Die Lufthansa stattet ab Anfang 2004 sämtliche Langstreckenjets mit WLAN-Technik aus, um über den Wolken einen Anschluss ans weltweite Datennetz zu gewährleisten. Insgesamt 80 Flugzeuge der Typen Boeing 747-400 sowie Airbus A340 und A330 werden dazu schrittweise mit der nötigen Technik ausgerüstet. Die Anbindung ans Internet erfolgt via Satellit. In Düsseldorf soll ein stadtweites WLAN-Netz für die mobile Nutzung von PCs entstehen. Dazu will die Stadt in den kommenden Monaten Zugangspunkte an allen 195 kommunalen Schulen einrichten.
In Europa wird die Zahl der Hotspots nach Schätzungen der US-amerikanischen Marktforschungsagentur Gartner Dataquest in diesem Jahr von 829 auf über 15000 förmlich explodieren. Für 2005 rechnen die Analysten europaweit bereits mit rund 40000 Hotspots. Weltweit wird es der Studie von Gartner Dataquest zufolge bis Ende 2003 rund 71000 WLAN-Funkzellen geben.
Ob die Betreiber von UMTS-Netzen die Konkurrenz von WLAN fürchten müssen, ist umstritten. Die UMTS-Provider wiegeln ab und versuchen, selbst ein dickes Stück vom WLAN-Kuchen abzubekommen. So haben in den letzten Monaten alle vier UMTS-Lizenznehmer Offerten und Tarife für die Nutzung von WLAN in ihr Portfolio aufgenommen. „Lokale WLAN-Netze sind eine wichtige Ergänzung zu unseren künftigen UMTS-Angeboten”, sagt Thomas Dirks, Officer Innovation, Product Development & Operation bei E-Plus. Andererseits wildert WLAN ausgerechnet dort, wo UMTS in Deutschland zuerst kommen wird und wo sich die Netzbetreiber besonders hohe Umsätze vor allem mit Geschäftskunden erhoffen: in den Ballungsräumen, Handelsmetropolen und Industriezentren. Es scheint gut möglich, dass dort viele Business-Kunden bereits eifrig und beharrlich mit WLAN durchs Internet surfen, wenn UMTS erscheint – zumal die heute noch vorhandenen Nachteile von WLAN-Hotspots gegenüber UMTS bald schwinden könnten.
So hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) im März eine WLAN-Initiative gestartet. Sie hat zum Ziel, die Nutzung dieser Technologie stark zu vereinfachen. So sollen technische Standards und einheitliche Abrechnungsverfahren eingeführt werden. Die Firma Moteran, an der neben dem japanischen Konzern Mitsubishi auch die Telekom-Tochter Detecon beteiligt ist, feilt gleichzeitig an der Entwicklung einer Technologie, mit der sich WLAN-Hotspots künftig automatisch miteinander verbinden lassen, um so ein nahezu lückenloses Netz zu knüpfen. Und der weltweit führende Netzwerkausrüster Cisco Systems hat im April angekündigt, eine Handy zu entwickeln, mit dem man per WLAN telefonieren kann – damit würden die Unterschiede bei den Anwendungsmöglichkeiten gegenüber der UMTS- Technologie fast ganz ausgebügelt. Angesichts der rasanten Entwicklung konkurrierender Funktechnologien scheint es geboten, auch bei UMTS aufs Gas zu drücken. Dennoch spielt man hier weiterhin an der Bremse. Ob die UMTS-Netze tatsächlich noch in diesem Jahr starten werden, ist nicht sicher. So hat Vodafone vor einigen Wochen angedeutet, dass auch ein Start erst 2004 vorstellbar wäre. Und Konkurrent T-Mobile will eine weitere Verschiebung des UMTS-Debüts ebenfalls nicht ausschließen. Damit würden die Unternehmen zwar gegen die Vorgaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post verstoßen – diese verlangen, dass jeder UMTS-Lizenznehmer bis zum 31. Dezember 2003 mindestens 25 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit dem neuen Mobilfunkstandard versorgen kann –, doch die Behörden sind wahrscheinlich gesprächsbereit. So hat im Juli die französische Regulierungsbehörde eine weitere Vezögerung des UMTS-Starts bis ins Jahr 2004 ohne großen Protest genehmigt. Vielleicht können die Deutschen UMTS auch noch beim nächsten Skiurlaub in den österreichischen Bergen als exotische und zu Hause unbekannte Technik bestaunen.
KOMPAKT
• Wo UMTS in Betrieb ist, zeigen vor allem die neuen Handys deutliche Schwächen.
• Die Unternehmen suchen weiter fieberhaft nach Anwendungen des neuen Mobilfunkstandards, um Kunden anzulocken.
• Die einfach zu nutzende Funktechnik WLAN ist vielerorts eine gute und preisgünstige Alternative zu UMTS.
Ralf Butscher





