Die Methode, die Gabriel Silva und seine Kollegen von der Northwestern-Universität in Chicago entwickelt haben, umgeht dieses Problem auf elegante Weise: Die von den Wissenschaftlern verwendete Substanz ist aufgrund ihrer Zusammensetzung außerhalb des Körpers flüssig und kann daher problemlos in die verletzte Stelle injiziert werden. Kommt sie nach der Injektion mit Körpergewebe in Berührung, klumpt sie zusammen und bildet ein Netzwerk aus kleinen, hohlen Röhrchen, von denen jedes nur ein Millionstel eines Millimeters dick ist. So entsteht eine poröse, gelartige Masse, an der die Nerven entlang- oder durch die sie hindurchwachsen können.
Auf der Oberfläche der Röhrchen befinden sich zusätzlich spezielle Proteinfragmente, an denen sich die Nervenzellen beim Wachsen festhalten können. Nach etwa vier bis sechs Wochen löst sich das Gitter vollständig auf, so dass kein Fremdkörper im Rückenmark verbleibt. Im Labor gelang es den Forschern außerdem, die Wachstumsgeschwindigkeit der im allgemeinen sehr trägen Nerven zu beschleunigen. Sie fügten der flüssigen Lösung Nerven-Vorläuferzellen hinzu, die sich nach dem Zusammenklumpen des Materials ebenfalls in Nervenzellen umwandelten und so die Heilung beschleunigen können.





