Einen Kunststoff, der signalisiert, wenn er beschädigt ist, haben Chemiker der Universität Basel um Nico Bruns in Zusammenarbeit mit Forschern der University of California in Berkeley entwickelt. Die Wissenschaftler schleusten fluoreszierende Proteine in das Polymer ein, um sich den sogenannten Fluoreszenz-Resonanzenergietransfer (FRET) zunutze zu machen. Bei diesem physikalischen Prozess wird Energie zwischen zwei fluoreszierenden Proteinen übertragen, die nur wenige Nanometer voneinander entfernt sind. Bereits kleinste Veränderungen im Abstand zwischen den Molekülen wirken sich auf die fluoreszierenden Eigenschaften des Proteinpaars aus.
Wenn sich bei dem jetzt entwickelten Hybridmaterial der Abstand des Paars etwa durch einen Riss ändert, wechselt die Leuchtfarbe der Proteine von blau zu gelb. Die Methode ermöglicht es laut Bruns, selbst mikroskopisch kleine Beschädigungen in einem Kunststoff zu lokalisieren. Bei dem Projekt handelt es sich bisher um reine Grundlagenforschung. Die Forscher sind jedoch überzeugt, dass das neue Verfahren dazu beitragen kann, folgenschweres Materialversagen zu verhindern – zum Beispiel bei Flugzeugteilen oder Implantaten.





