Die Expedition sollte neun Jahre dauern und sie wurde zu einem Abenteuer, das manchem das Leben kostete. Andere blieben ihr Leben lang in den Kolonien. Ein Expeditionsteilnehmer, der Kartograph Jean Godin, hatte in Quito eine Einheimische geheiratet, war dann mit einem Teil desTrupps, aber ohne seine Frau, den Amazonas hinabgefahren, um den Weg zu erkunden und verschollen. 20 Jahre wartete seine Frau auf ihn, dann machte sie sich selbst auf die Suche Zofen, Diener, Verwandte und Unmengen von Gepäck im Schlepptau.
Die Reise war damals eine Sensation, wenn nicht ein Skandal. Zunächst wurde Isabel von Sklaven in einer Sänfte über die glitschigen Gebirgspfade geschleppt, dann stieg sie ins Kanu. Als das kenterte, versuchte sie sich mit drei Männern zu Fuß zum nächsten Ort durchzuschlagen ein aussichtsloses Unterfangen. Die Vier wurden bald Opfer von unzähligen Moskitos, giftigen Ameisen und beißendem Hunger. Die Begleiter starben entkräftet, Isabel überlebte wie durch ein Wunder. Alleine kämpfte sie sich zehn Tage durch die lebensfeindliche Wildnis, ehe sie von Indianern gerettet wurde.
Anhand von alten Dokumenten und eigenen Reiseeindrücken hat der Wissenschaftsjournalist Robert Whitaker den Forschern und der Frau des Kartographen nachgespürt. Allein die wissenschaftliche Arbeit der Männer war eine unglaubliche Strapaze: Um Hunderte Kilometer mit der damals einzig möglichen Methode, der Triangulation, exakt zu vermessen, mussten die Männer Fünftausender besteigen und tiefe Schluchten überwinden bis klar war: Die Erde hat am Äquator eine Beule.
Das gründlich recherchierte Buch gibt tiefe Einblicke in die Gesellschaft der portugiesischen Kolonie, zeigt den Stand der Forschung und beschreibt die politischen Verhältnisse ein lebendiges Geschichtsbuch.
Klaus Jacob




