von RAINER KURLEMANN
Die Menschen sind verstorben, doch die Zeit hat sie nicht verschwinden lassen. In Mumien hat der übliche Verwesungsprozess eines Leichnams nicht stattgefunden, sie sind gewissermaßen ewig bleibende Tote. „Der Anblick eines Körpers, dem man ansieht, dass er schon lange tot ist, aber der doch noch Züge eines Lebenden hat, übt auf uns Menschen eine besondere Faszination aus“, sagt Wilfried Rosendahl. Der Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim kennt die Wirkung von Mumien. Als Wissenschaftler geht Rosendahl aber noch einen Schritt weiter. „Mumien sind wertvolle und außergewöhnliche Archive des Lebens“, sagt er. Die Toten tragen Botschaften ihrer Zeit, Puzzlesteine für das Verständnis von vergangenen Bevölkerungen.





