Manche neue Theater-Technologie spielt schon länger bei Filmen oder Computerspielen eine Rolle. Zum Beispiel das sogenannte Motion Capturing: Dazu trägt der Schauspieler etwa walnussgroße Kennzeichnungen am Körper, denen Kameras folgen. Die Bewegungen des Akteurs werden aufgezeichnet und dann auf eine beliebige Figur mit menschenähnlicher Gestalt übertragen, die auf die Leinwand projiziert wird. So lässt sich etwa die grazile Bewegung einer Tänzerin auf 3D-Modelle von Drachen, Bären oder auch eine Armee aus 1000 Soldaten abbilden. Professionelle Motion-Capturing-Systeme kosten mehrere Zehntausend Euro. Häufig genügt aber schon das deutlich preisgünstigere Kinect-System von Microsoft. Es wurde ursprünglich für die Spielkonsole Xbox entwickelt und ist im Prinzip ein 3D-Scanner, der mit einem Infrarot-Auge die Szenerie abtastet. „Die Reichweite und die Qualität der Aufnahmen sind bei Kinect nicht so hoch wie bei einem professionellen System”, sagt Pavel Smetana, Direktor des Prager Internationalen Zentrums für neue Technologien in der Kunst. „Für das Theater genügt es aber meist.”





