Von dort trat das Spiel, zusammen mit den arabischen Eroberern, im 8. Jahrhundert seinen Siegeszug nach Europa an: von Syrien über Ägypten undNordafrika bis nach Spanien und Süditalien. Besonders am Hofe erfreute sich der neue Zeitvertreib schnell großer Beliebtheit. Ein guter Ritter musste nicht nur reiten, schwimmen, schießen, ringen, Vögel fangen und Saiten zupfen, sondern eben auch exzellent Schach spielen können.
Die Spielfiguren wurden in ihrer neuen Heimat den dortigen Verhältnissen angepasst: So mutierte der arabische Wesir in Europa zur Königin, der heutigen “Dame” des Spiels. Das ursprünglich langsame und träge Spiel wurde ab dem 14. Jahrhundert immer dynamischer. Vorbei waren die Zeiten, als die Bauern auch mit dem ersten Schritt lediglich ein Feld vorrücken durften und der Dame nur einfache Schrägschritte erlaubt waren. Im 18. Jahrhundert wurde das Pariser “Café de la Régence” zum Schauplatz außergewöhnlicher Schachpartien. Das Ausnahmetalent François Philidor forderte auch Jean-Jacques Rousseau und Voltaire heraus: Die beiden Aufklärer waren chancenlos.
Beim Londoner Turnier von 1851 fiel der Startschuss für den modernen Turnierbetrieb mit genormten Figuren und Zeitabläufen. Auch Fernpartien wurden erheblich beschleunigt. Statt die einzelnen Spielzüge wie bislang in Briefen und Zei – tungen mitzuteilen, wurden die Anweisungen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Telegrafen geschickt.
MUSEUM FÜR KUNST UND GEWERBE HAMBURG
Steintorplatz
20099 Hamburg
Eintritt: 8,20 (ermäßigt 4,10)




