Manager und Politiker auf der einen, Rampensäue auf der anderen Seite
Hier gab es vier Hauptkategorien. Nummer eins erfasste Schauspieler, Sänger, Musiker, Tänzer und Sportler also alle, die häufig in Wettkämpfen oder auf der Bühne körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten verrichteten. Kategorie zwei enthielt andere Kreative wie Schriftsteller, Komponisten, Maler und Fotografen, bei denen keine Perfomance zum Berufsalltag gehörte. Kategorie drei waren Akademiker und sonstige Spezialisten und Experten, und in Kategorie vier gehörten schließlich Unternehmer, Manager, Politiker und Militärangehörige.
Erstes Ergebnis: Die Männer waren bei den Nachrufen weit in der Überzahl. 813 Texte bezogen sich auf Männer und nur 186 auf Frauen. Zweite Erkenntnis: Sportler, performende Künstler und zu einem geringeren Grad auch die anderen Kreativen starben im Schnitt früher als die Angehörigen der Kategorien drei und vier. Sie kamen auf ein Durchschnittsalter von 77,2 und 78,5 Jahren, während Unternehmer und Manager bei 83,3 Jahren und Militärangehörige sogar bei 84,7 Jahren lagen. Akademiker und Co schaffen im Schnitt 81,7 Jahre.
Berühmte Frauen haben es nicht leicht
Dröselt man diese Werte nun noch weiter auf (was die beiden Wissenschaftler natürlich getan haben), zeigen sich weitere spektakuläre Zusammenhänge. “Hohes Alter” war beispielsweise vor allem für Philanthropen, Akademiker und Ärzte als Todesursache angegeben, bei Sportlern und Künstlern kam es dagegen eher selten vor. Von den Frauen starb zudem ein größerer Anteil, bevor sie 70 Jahre alt waren als von den Männern soweit man das bei der geringen Frauenanzahl überhaupt sagen kann. Das könnte damit zusammenhängen, dass mehr als ein Drittel der Frauen in die Kategorie eins, also die mit der geringen Lebenserwartung, fiel von den Männern waren es nicht einmal 20 Prozent. Dafür waren die Damen in der langlebigen Kategorie vier unterrepräsentiert.
Bei den Todesursachen sei aufgefallen, dass Krebs häufiger die Kreativen traf als die Akademiker, die Militärs oder die Sortler, kommentiert das Team. Lungenkrebs etwa meist eine Folge von langjährigem Rauchen war für 7,2 Prozent der Todesfälle unter den Performern verantwortlich, aber nur für 1,4 Prozent der bei den Akademikern.
Fazit: Star zu sein ist nicht erstrebenswert
Man könne nun spekulieren, wie diese Unterschiede zustande kommen, merkt das Duo an. Richard Epstein stellt dazu mehrere Fragen in den Raum: Könnte beispielsweise viel Ruhm bereits in jungen Jahren die Betroffenen dazu prädestinieren, später einen ungesünderen Lebensstil zu pflegen, wenn der Ruhm verblasst? Oder ist der Druck eines Lebens als Künstler oder Sportler vielleicht zu groß und wird durch schädliches Verhalten kompensiert? Oder kann es sogar sein, dass Alkohol, Nikotin und andere Drogen kurzfristig speziell bei Künstlern die Leistungsfähigkeit steigern, sich der Konsum später aber rächt? Der Forscher mahnt abschließend: Welche dieser Hypothesen auch immer zutrifft, sie sollten alle als Warnung für junge Menschen dienen, die danach strebten, Stars zu werden.
Eine Sache hat Epstein dabei allerdings übersehen: Für die in der Studie erfassten Frauen lag die Lebenserwartung mit 78,8 Jahren zwar tatsächlich deutlich unter dem amerikanischen Durchschnitt von 81 Jahren. Bei den Männern scheint sich Erfolg aber grundlegend positiv auszuwirken, egal in welchem Bereich: Im Schnitt wurden die erfassten Männer nämlich 80,4 Jahre alt und damit mehr als vier Jahre älter als der Durchschnitt.





