Im zweiten Teil des Buchs analysiert Lehmann, den Stellenwert der Musik in den verschiedenen Gesellschaftsformen. Auf diesem Streifzug hält er bei verschiedenen Meilensteinen der Musikgeschichte an, etwa der Entwicklung der Notenschrift, mit der sich Musik erstmals konservieren ließ. Der dritte Teil beginnt schließlich mit dem heutigen Umgang mit Musik und endet mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr Gesang und Musizieren im Alltag.
Diese Themenmischung ist die Stärke, aber auch die Schwäche des Buchs. Einerseits lässt man sich gerne von hier nach da treiben, um immer wieder interessante Informationsbrocken aufzulesen. Andererseits wirken die historischsoziologischen Analysen nach dem
furiosen ersten Teil ernüchternd farblos. Doch auf jeden Fall weckt das Buch beim Leser den Wunsch, der Musik im eigenen Leben einen größeren Stellenwert zu verschaffen.
Ilka Lehnen-Beyel





