Glasfaserkabel transportieren gewaltige Datenmengen in kürzester Zeit über weite Strecken. Dabei übernehmen Lichtwellen die Rolle des Eilboten. Wissenschaftler nutzten nun deren Polarisation, um Informationen zu befördern ? bisher enthielten Frequenz oder Amplitude die Daten für den Empfänger am anderen Ende der Leitung. Mit der neuen Technik können Daten verborgen im Grundrauschen der Lichtleiter verschickt werden. Dies fanden Gregory VanWiggeren vom Georgia Institut für Technologie und Rajarshi Roy von der Universität Maryland, die die neue Form des Datentransports in einer Studie des “Office of Naval Research” entwickelten.
Die Polarisation der Lichtwellen kodiert die Daten nicht direkt. Stattdessen moduliert sie Laserlicht, das dann durch das Glasfaserkabel zu einem Empfänger saust. Unterwegs verändert sich die Polarisation des Laserlichts durch seine Wechselwirkung mit dem Glasfaserkabel ständig. Um das ankommende Datenpaket zu entschlüsseln, zeichnet der Empfänger das Rauschen von reinem Laserlicht auf und subtrahiert es dann von dem modulierten.
Der Subtraktionsschritt ist der eigentliche Trick, um geheime Botschaften zu verschicken: Auch wenn das gesendete Signal im Rauschen der Leitung verborgen ist, erkennt es der Empfänger. Für einen Lauscher ist es aber nicht von den allgemeinen Störungen zu unterscheiden.
Die Polarisation von Licht gibt an, in welcher Ebene eine Lichtwelle im Raum schwingt. Sie bildet zusammen mit der Frequenz und der Amplitude die Charakteristika einer Welle.
Barbara Witthuhn