Computer können das Internet nutzen, um mit unfreiwilliger Hilfe anderer Rechner eigene Aufgaben zu lösen, schreiben amerikanische Forscher im Magazin “Nature” (Bd. 412, S. 894). Dafür sei es nicht einmal nötig, die fremden Rechner mit Viren zu infizieren.
Der Computerexperte Jay Brockman von der Universität Notre Dame in Indiana (USA) ließ zusammen mit Kollegen einfache Kalkulationen von Internetrechnern in Amerika, Europa und Asien lösen. Die kontaktierten Rechner bemerkten von diesem Missbrauch nichts. Sie gingen davon aus, ganz normale Anfragen aus dem Internet zu beantworten.
Die Forscher nutzen für ihre Versuche den Verschlüsselungscode TCP, den Rechner für die wechselseitige Kommunikation im Internet brauchen. Brockman und sein Team setzten den Code so ein, dass der kontaktierte Rechner zur Lösung logischer Aufgaben gezwungen wurde. Die zurückgemeldeten Ergebnisse konnten die Wissenschaftler dann für Kalkulationen auf dem eigenen Rechner weiter verwenden.
“Wenn beim Entwurf zukünftiger Netze solche Aktivitäten nicht unterbunden werden, könnte das zu einem Problem werden”, sagt Brockman. Mit seinen Versuchen wollte er auf die Gefahr von asozialem Verhalten im Cyberspace hinweisen.
Andreas Wawrzinek





