Die britische Marine will militärische Manöver künftig per Internet-Chat koordinieren. Sicherheitshalber sollen die Online-Diskussionen auf einer geschützten Intranet-Seite stattfinden. Experten befürchten, Hacker könnten dennoch sensible Daten abrufen oder das System zum Absturz bringen.
Erprobt werden soll der neue Chat-Room im Rahmen einer Marineübung nächsten Monat. Falls sich der neue Kommunikationsweg bewährt, wollen die Militärs die Technik in Zukunft auch in echten Krisenfällen anwenden. Sollten Hacker den Informationsaustausch unterbrechen oder blockieren, könne das Manöver trotzdem wie geplant ablaufen, sagte ein Sprecher der Royal Navy gegenüber dem Wissenschaftsmagazin “New Scientist”.
Nach Ansicht der Navy sind Chat-Rooms eine kostengünstige und funktionierende Alternative zum bisherigen Funkverkehr – insbesondere bei Gesprächen von geringerer Bedeutung, wie Diskussionen über den Fortgang einer militärischen Operation. Besondere Sicherheitsstandards seien nicht geplant, da die ausgetauschten Informationen keiner Geheimhaltung unterlägen. Wichtige Einsatzbefehle würden nach wie vor in verschlüsselter Form über Funk erteilt.
Das britische Verteidigungsministerium hat bislang nicht bekannt gegeben, wo der Internet-Chat stattfinden soll. Vermutlich ist dazu aber ein spezieller Online-Bereich der britischen Regierung ausersehen, das so genannte X Government Secure Intranet (XGSI). Computerexperten zufolge wären diese Seiten auf für begabte Hacker nur sehr schwer zu knacken.
Almut Bruschke-Reimer





