Atomphysiker der Atomenergiebehörde von Großbritannien stellen einen baldigen Einsatz von Kernfusionsreaktoren in Aussicht. Erste Pilotprojekte mit kompakten und relativ einfach zu betreibenden Reaktoren hätten bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert, berichtetet die britische Nachrichtenagentur BBC.
Die Wissenschaftler um Alan Sykes haben in ihrem Laboratorium in Culham in der Nähe von Oxford bereits einen funktionstüchtigen Kernfusionsreaktor entwickelt. In diesem so genannten Tokomak ist ein Plasma, also ein ein ionisiertes Gas, durch Magnetfelder eingeschlossen. Durch Erhitzen dieses Plasmas auf mehrere Hundert Millionen Grad kann dann die Kernfusion in Gang gesetzt werden.
Bisherige Kernfusionsexperimente setzten zumeist Tokomaks mit viel größeren Abmessungen ein. Dies hatte jedoch zu Problemen mit den zum Einschluss des Plasmas benötigten Magnetfeldern geführt. Der kompakte Reaktor der britischen Forscher umgeht dieses Problem und hat zudem eine höhere Energieausbeute als größere Reaktoren. Zukünftige Versionen könnten sich dadurch für einen Einsatz in der Industrie eignen und somit in einigen Jahrzehnten Städte mit umweltfreundlichem Strom versorgen.
Kernfusion ist die Energiequelle der Sterne. In unserer Sonne verschmelzen Wasserstoffatome zu Helium und setzten damit ungeheure Mengen an Energie frei. Dieser Prozess läuft bei einer Temperatur von 15 Millionen Grad und einem Druck von 100.000 Atmosphären ab. Da derartige Drücke auf der Erde nicht erzeugt werden können, müssen Fusionsreaktoren mit höheren Temperaturen arbeiten.
Stefan Maier





