Mit einer umweltfreundlichen Methode wollen Forscher am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) Kunststoffe künftig vor Feuer schützen. Mit mikroskopisch kleinen Kügelchen aus Melaminharz umhüllen sie die giftigen Flammschutzmittel, die Kunststoffen bei der Herstellung zugesetzt werden. Die Mikrokapseln setzen ihren Inhalt erst im Brandfall frei. Der Kunststoff wird schwer entflammbar und selbstlöschend.
Auch Substanzen, die sich mit dem umgebenden Kunststoff sonst nicht vertragen, werden eingekapselt verwendbar, erklärt Gerhard Rafler vom IAP. Beispiele sind Stickstoff, Kohlendioxid und Verbindungen, die erst bei Hitzeeinwirkung Löschgase entwickeln. Chlor- oder bromhaltige Flammschutzmittel, die nicht eingekapselt sind, können durch den Kunststoff wandern und metallische und elektronische Bauteile schädigen. Sie verschlechtern die mechanischen Eigenschaften und elektrische Isolierung der Kunststoffe. Zudem gasen sie teilweise schon bei Zimmertemperatur aus – mit nachteiligen Folgen für die Gesundheit. Die gasgefüllten Mikrokapseln des IAP sind druckstabil. Sie halten die einzelnen Verarbeitungsschritte bei der Verarbeitung von Kunststoffen, wie Granulieren oder Spritzgießen aus, ohne dabei platzen.
Für ihre Forschungen erhielt die Arbeitsgruppe um Gerhard Rafler letztes Jahr den Friedrichspreis für neue Technologien. Er wird von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen “Otto von Guericke” verliehen, die Forschung und Entwicklung zugunsten kleinerer und mittlerer Unternehmen fördert.
Almut Bruschke-Reimer





