Die streng geheimen Phantom Works Labors des US-Flugzeugriesen Boeing planen den Bau des größten Frachtflugzeuges der Welt. Dieses soll bis zu 1400 Tonnen Fracht über eine Strecke von 16.000 Kilometern ohne Auftanken befördern können. Ermöglicht wird die lange Flugzeit durch die Ausnutzung des Bodeneffekts über den Ozeanen, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist. Bei dieser Technik gleitet das Flugzeug in einer Höhe von nur wenigen Metern über der Wasseroberfläche.
Das unter dem Namen Pelican Ultra Large Transport Aircraft (ULTRA) laufende Projekt befindet sich derzeit im Planungsstadium. Nach Aussagen der leitenden Wissenschaftler soll das Flugzeug eine Länge von 152 Metern und eine Flügelspannweite von 109 Metern aufweisen. Es wäre damit das größte Flugzeug der Welt – fast 25 Meter länger als der bisherige Rekordhalter, die russische Antonov 225.
Das Flugzeug soll von insgesamt vier Rotoren angetrieben werden. Um den Treibstoffverbrauch beim Transport von großen Lasten zu minimieren, soll es bei transozeanischen Flügen zudem nur in einer Höhe von wenigen Metern über der Wasseroberfläche gleiten. Ein Flug in dieser Höhe weist aufgrund des so genannten Bodeneffekts (wing-in-ground effect) eine stark verringerte Reibung und einen erhöhten Auftrieb auf. Bei Flügen über Land soll es hingegen in einer konventionelleren Höhe von ungefähr 6000 Metern fliegen.
Der Bodeneffekt beruht darauf, dass die von den Rotoren erzeugte Luftströmung bei geringen Flughöhen aufgrund der erhöhten Bodenreibung unterhalb der Flügel abgebremst wird. Daher staut sich ein zusätzliches Luftpolster unterhalb der Flügel auf. Dies bewirkt einen erhöhten Auftrieb und verringert gleichzeitig den aerodynamischen Widerstand des Flugzeugs.
Neben kommerziellen Anwendungen wäre das ULTRA-Flugzeug auch für militärische Zwecke interessant. So könnte es etwa bis zu siebzehn Panzer gleichzeitig transportieren ? und das mit zehnfacher Geschwindigkeit herkömmlicher Transportschiffe. Ob ULTRA jedoch tatsächlich gebaut werden wird, wird sich wohl erst bei der Veröffentlichung einer Nutzungsstudie der amerikanischen Armee im Jahre 2003 entscheiden.
Stefan Maier





