Forscher des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig haben einen Verbundstoff entwickelt, der extremen Bedingungen standhalten soll: DiaCer. Er besteht aus Keramik, auf die ein hauchdünner Diamantfilm aufgetragen wird. Dazu kommen die Keramikteile zunächst in einen Vakuumbehälter, anschließend wird Wasserstoff und Methan zugeführt. Über den zu beschichtenden Objekten sind im Abstand von wenigen Zentimetern Drähte gespannt, die bis zur Weißglut erhitzt werden und eine Heizleistung von maximal 100 Kilowatt liefern. Dadurch wird das Gas aktiviert, und auf der Oberfläche der Keramik lagert sich Kohlenstoff in der kristallinen Diamantform ab. Die Schicht wächst etwa einen Mikrometer (ein Tausendstel Millimeter) pro Stunde, insgesamt dauert der Vorgang mit Vorbereitung einen Tag.
Einsatzgebiete für DiaCer sehen die Wissenschaftler vor allem bei so genannten Gleitringdichtungen für Pumpen und Rührwerke der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Dort müssen die Dichtungen im Notfall auch ohne schmierendes oder kühlendes Medium zumindest kurzfristig trocken laufen können. Dies führt bei herkömmlichen Gleitringdichtungen oft zu unerwünschten Abriebprodukten wie Graphitstaub. Dichtungen aus DiaCer dagegen gleiten mit viel weniger Reibung übereinander, wodurch ihr Verschleiß stark vermindert wird.





