Ein Sensorchip aus den USA liefert digitale Farbfotos in einer Auflösung, die bisher nur herkömmliche Fotofilme oder extrem teure Digitalgeräte erreichten. Der Chip soll auch in die billigsten Kameras passen. Damit soll der so genannte “X3-Sensor” der Firma Foveon die Fotowelt revolutionieren. Die drei Farbsensoren für jeden Bildpunkt sitzen bei diesem Chip untereinander statt nebeneinander, was eine deutlich höhere Auflösung möglich macht. Die Technologie ist nach Angaben der Firma inzwischen marktreif.
Bisherige Methoden, um das ganze Farbspektrum aufzunehmen, waren verboten teuer, und lohnten sich nur für sehr hochpreisige Kamerasysteme, berichtet Foveon-Chef Jim Lau. Er sieht einen Durchbruch auf dem Digitalmarkt aller Preisklassen, nicht zuletzt wegen der erreichten Qualität: “Fotografisches Detail und Farbe, die mit dieser Technik erreicht werden kann, sind unübertroffen.”
Der X3-Chip setzt auf eine einfache Eigenschaft von Silizium: Licht unterschiedlicher Wellenlänge dringt in verschiedene Tiefen in das Material ein. Damit ist Silizium ein natürlicher Farb-Splitter, der ohne komplexe Filter- oder Spiegeltechnik auskommt. Für jede der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau betteten die Foveon-Entwickler einen lichtdurchlässigen Sensor in der entsprechenden Tiefe ein.
Bei herkömmlichen CCD-Chips liegen pro Bildpunkt die drei Farbsensoren jeweils nebeneinander, was dreimal weniger Bildpunkte pro Fläche möglich macht. Mit den übereinander geschichteten Sensoren des X3-Chips erreicht Foveon eine Menge an Bildpunkten, die in ihrer Bildauflösung der eines 35-Millimeter-Films ebenbürtig sein soll. Zunächst soll der Chip in Kameras der 1000 Euro-Klasse zum Einsatz kommen, erklärt Foveon. Doch er eigne sich für Kameras aller Preisklassen, auch für solche in elektronischen Organizern.
Dörte Saße





