Auch die amerikanischen Bell-Labs, Lucent Technologies, arbeiten an Transistoren aus Plastik. Doch hoffen die Rolltronics-Entwickler, mit ihrem Rolldruck-Verfahren einen deutlichen Innovationsvorsprung für die Massenproduktion zu haben. “Innerhalb von zwei Jahren werden wir die ersten Produkte, die auf dieser Technologie basiert, präsentieren”, so der Präsident von Rolltronics, Michael Sauvante.
Computerchips als Einwegartikel: Diese Vision von billigen, in Massenproduktion hergestellten Chips verfolgt die kalifornische Firma Rolltronics in Menlo Park mit einem neuen Herstellungsverfahren. Wie eine Zeitung in der Rotations-Druckerei wollen die Entwickler der Firma Chips mit beschränkter Leistung schnell und billig auf eine flexible Kunststofffolie pressen. Zusammen mit dem Unternehmen Iowa Thin Film Technologies präsentierten sie laut Fachblatt “Technology Review” den ersten Prototypen, dessen Transistoren auf dem günstigen amorphen Silizium aufbauen.
Die Welt der Halbleiter, Display, Computer und Drucker könnte für immer verändert werden, schaut Frank Jeffrey, Präsident von Iowa Thin Film Tech, in die Zukunft. Zwar erreichen diese Billigchips längst nicht die Leitungsfähigkeit von heutigen Intel oder AMD-Chips und sind etwa 50 Mal größer als die High-Tech Produkte aus kristallinem Silizium. Dafür seien für die Herstellung der gedruckten Chips weniger chemische Lösungsmittel nötig. Die Entwickler sehen ein weites Anwendungsgebiet in intelligenten Preisschildern, biometrischen Sensoren oder in flexiblen Displays, wie sie die Firma E-Ink bisher entwickelt hat.
Jan Oliver Löfken





