In den ersten, etwa einen Millimeter dünnen Dämpfungsschichten ordneten die Wissenschaftler Tausende von mehrwandigen Nanoröhrchen senkrecht nebeneinander an. Die etwa 20 Nanometer dicken Hohlkörper nahmen dabei etwa 13 Prozent des Raumes zwischen den glatten Flächen ein. Unter Drücken von über 15 Megapascal falteten sich die Röhrchen in einem Zick-Zack-Muster eng zusammen, ohne dabei zerstört zu werden. Nach mehreren Tausend Pressversuchen erreichten sie allerdings nicht mehr ihre ursprüngliche Ausdehnung, sondern entspannten sich auf eine etwa um 7,5 Prozent reduzierte Länge. Nichtsdestotrotz übersteigt diese Kompressibilität und Druckfestigkeit die von Schäumen aus Kunststoffmaterialien wie Latex oder Polyurethan um ein Hundertfaches. Zudem konnten die Nanoröhrchen-Dämpfer sich mit einer Geschwindigkeit von 92 Millimetern pro Minute deutlich schneller entspannen.
In den Versuchen zeigte sich, dass Nanoröhrchen-Dämpfer in Elastizität und Kompressibilität klassischen Schaumstoffen überlegen sind. Zudem zeigen sie eine große Widerstandsfähigkeit gegenüber Chemikalien und anderen äußeren Einflüssen – eine Eigenschaft, die sonst den Metallschäumen vorbehalten war. Durch diese einzigartige Kombination rechnen die Forscher mit der Entwicklung von sehr leichten und stabilen Schichten, die Stoßenergien sehr gut auffangen können. Bisher existieren zwar nur einzelne, Millimeter dünne Labormuster, doch prinzipiell sind auch dickere Dämpfungsschichten auf großen Flächen denkbar. Mit einwandigen Nanoröhrchen könnte nach Aussage der Forscher das Elastizitäts-Verhalten der Röhrchenschichten sogar noch weiter verbessert werden.





