Probleme mit der Verständigung im Ausland könnten in Kürze der Vergangenheit angehören. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken stellte jüngst in Seattle ein Sprachsystem vor, dass gesprochene Sprache fast simultan übersetzt.
Dieses “Verbmobil” kann von einem beliebigen Telefonanschluss und auch von einem Handy angerufen werden und wandelt die gesprochene Sprache innerhalb von Millisekunden um. Bisher versteht es Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch, berichtet das Magazin “New Scientist”.
“Es hat eine Genauigkeit von etwa 90 Prozent. Wir haben es mit 25 000 Übersetzungs-Anfragen getestet”, sagt Wolfgang Wahlster vom DFKI. Mit den Prototypen kann nun ein deutscher Tourist in einem Restaurant in Tokio die Fragen des Kellners direkt per Handy zum Verbmobil-System übermitteln. Auf Wunsch übersetzt es die Bestellung, die auf Deutsch geäußert wird, ins Japanische. Störende Umgebungsgeräusche werden von Verbmobil dann herausgefiltert, sobald sie keinen Sinn für den gesprochenen Satz ergeben.
Zwar ist Verbmobil noch nicht perfekt, doch für ein grobes gegenseitiges Verständnis reicht es aus. Die Entwickler kämpfen noch weiter mit den Störgeräuschen und den Grammatikfehlern, die in gesprochener Sprache öfters auftauchen als in der Schriftsprache. Für die Entwicklung dieses mobil nutzbaren Simultan-Übersetzers wurden in das Programm Verbmobil rund 200 Millionen Mark investiert.
Jan Oliver Löfken





