Molekülketten aus Polymeren aneinander zu kleben – dieses Experiment ist Berliner Forschern von der Freien Universität und der Humboldt Universität gelungen. Das Team aus Chemikern und Physikern um Jürgen P. Rabe und A. Dieter Schlüter arbeitete dazu mit dendritischen Polymeren – langen Molekülketten aus großen, verästelten Bausteinen. An den Spitzen der Äste befinden sich so genannte Azid-Gruppen, die hochreaktiv sind, wenn sie mit UV-Licht bestrahlt werden. Mit dem Rastersondenmikroskop konnten die Wissenschaftler die Molekülketten manipulieren: Bei der Rastersondenmikroskopie tastet eine hauchfeine Spitze eine Oberfläche ab. Die Kräfte dieser Spitze reichten aus, die winzigen Polymer-Stränge zu verschieben. So brachten Rabe und Schlüter zwei Polymerstränge in Kontakt und bestrahlten sie mit UV-Licht. Dadurch wurden die Azid-Gruppen aktiviert und sorgten für eine feste chemische Verbindung zwischen den Polymeren. Die Forscher stellten dabei die verschiedensten Formen her – zum Beispiel ein X, ein Y oder ein O. Die Verknüpfungen waren stabil. Die Bastelei mit Molekülen ist ein Schritt auf dem Weg zu molekularen Nanostrukturen für die Nanotechnologie, da sich mit Azid-Gruppen als „Klebstoff” prinzipiell alle Arten von Makromolekülen verbinden lassen.
Hans Groth





