Raffiniert konstruierte Spezialballons von der Form eines Kürbis können in der oberen Stratosphäre mehrere Wochen lang auf konstanter Höhe schweben. Deshalb sollen sie für die NASA künftig Messgeräte für Weltraumdaten tragen, die bisher nur von einem Satelliten aus arbeiten konnten. Der Vorteil der Ballons: Ihr Einsatz kostet nur ein Bruchteil eines Satellitenstarts, und sie können deutlich schwerere Lasten tragen. Dies berichtet die Fachzeitschrift “New Scientist”.
Das Erfolgsgeheimnis der so genannten
“Ultra-Long Duration Balloons” (ULDB) liegt in ihrem konstanten Volumen. Zwar verwendet die NASA bereits seit langem Höhenballons, um Weltraumdaten zu sammeln. Doch steigen diese tagsüber höher und sinken bei Nacht, je nach Erwärmung und Ausdehnung ihrer Gasfüllung. Da die herkömmlichen Ballons zudem nicht versiegelt sind und mit der Zeit Gas verlieren, erreichen sie lediglich eine maximale Beobachtungszeit von zwei Wochen. Astronomische Beobachtungen schwacher Signale oder seltener Ereignisse erfordern allerdings wesentlich längere Zeiten und vor allem eine konstante Höhe.
Die Forscher um Louis Barbier vom NASA Goddard Space Flight Center griffen nun auf die Kürbisform zurück, um ihren Ballon selbst bei extrem hoher Druckbelastung vor dem Platzen zu bewahren. Senkrecht verlaufende Stützbänder zwischen dehnbaren Segmenten ermöglichen eine Volumenausdehnung, ohne dass der Druck auf die Hülle selbst zu groß wird. Zudem soll ein extrem kräftiges Gewebe ausreichend Widerstand bieten. Das Material namens Zylon ist nur so dünn wie eine Küchenfolie, kommt auch in kugelsicheren Westen zum Einsatz und ist sogar kräftiger als die für ihre Stärke bekannten Kevlar-Fasern.
Der ULDB wird im australischen Alice Springs seinen ersten Testflug absolvieren. Zunächst zwei Wochen lang soll das 2.700 Kilogramm schwere Gefährt in konstanter Höhe von 34 Kilometern die Erde umschweben und Messungen im ultravioletten Bereich vornehmen.
Dörte Saße