von ANDREA HOFERICHTER
Ein Besuch am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden: Robert Kupfer – 44 Jahre jung, schwarz gekleidet, offene Art – präsentiert ein schneeweißes Autoskelett ohne Türen, Dach und Motor. Es ist ein Entwurfsfahrzeug oder „Mockup“, wie Fachleute es nennen. Der Ingenieur zeigt auf einen Schweller auf der Fahrerseite aus verschiedenfarbigen Schichten: „Das hier unten ist noch die alte ‚Leichtbauphilosophie‘“, sagt er. „Da wurde Stahl mit Aluminium kombiniert, mit Kunststoffen, Fasern, Spritzgussmaterial und mit Haftvermittlern. Auch Magnesium steckt drin. Und das ist in der Tat eine superleichte Struktur, auch hocheffizient hergestellt – aber im Sinne der Kreislauffähigkeit eigentlich eine Katastrophe.“ Der Materialmix ist praktisch nicht mehr auseinander zu bekommen. Die Maxime, möglichst leichte Autos zu produzieren, gilt schon seit Jahrzehnten. Schließlich verbrauchen sie weniger Kraftstoff – oder im Fall von Elektrofahrzeugen Strom – was deren Reichweite erhöht. Auch die Menge CO2, die während des Betriebs in die Luft gepustet wird, ob direkt aus dem Auspuff oder indirekt bei der Stromerzeugung, fällt kleiner aus. Und im Idealfall spart die Materialdiät auch Kosten. „Aber alles nur auf die Betriebsphase zu optimieren, greift zu kurz“, moniert Kupfer. Um nachhaltige Autos zu bauen, gelte es, den gesamten Lebenszyklus zu betrachten, von der Rohstoffgewinnung, über die Produktion bis hin zur Wiederaufbereitung. „Und da ist noch viel Luft nach oben.“





