Nach der Lektüre des Artikels muss ich mich als Vater eines „ World of Warcraft”-zockenden Sohnes zu Wort melden. Als er begann, damit zu spielen, wollte ich es ihm erst verbieten. Aber was ist das Interessanteste an Verboten? Dass man sie hintergeht. Da war es für mich wichtiger, wie es auch Christoph Hirte rät, mit ihm über das Spiel zu reden. Ich habe schnell festgestellt: Ihm war genau klar, dass das eine virtuelle Welt ist, die mit der Realität nichts zu tun hat.
Entgegen meinen Befürchtungen hat er durch dieses Spiel auch Freunde gefunden beziehungsweise ist mit Schulkameraden wieder in Kontakt gekommen. Ich habe den Eindruck: Die, die sich über das Spiel auslassen, kennen es nicht richtig. Das halte ich auch den genannten „Experten” vor.
Am Anfang erscheint es als ein Spiel, in dem man nur andere Figuren abschlachten muss, man muss sich „hochkillen”. Eigentlich eine grausige Vorstellung. Aber haben wir nicht auch als Kinder Cowboy und Indianer gespielt und uns gegenseitig „erschossen” ?
Im weiteren Verlauf des Spiels hat man nur Erfolg, wenn man mit den anderen zusammenarbeitet, wenn man gemeinsam Strategien entwickelt. Es ist Teamfähigkeit gefragt. Sind das nicht Werte, die in unserer Gesellschaft gefordert werden?
Dass Computerspiele auch eine Art Sucht sein können, steht außer Frage. Dass es Spieler gibt, denen das Spiel zum Lebensinhalt geworden ist, ist meinem Sohn wie auch seinen Freunden bekannt.
Mein Rat an die „Experten”: Lasst euch mal das Spiel richtig zeigen. Geht an die Schulen, besonders in die Elternabende, und bringt den Eltern bei, dass es sehr wichtig ist, mit ihren Sprösslingen darüber zu reden – und dass sie sich das Spiel von ihnen erklären lassen sollen. Auch das ist nämlich eine Form von Anerkennung, die für Heranwachsende sehr wichtig ist.
Hubert Hersel, Remshalden
Mich erinnert die Debatte um Online-Sucht und andere „ Impulskontrollstörungen” an die Vorwürfe des 18. und 19. Jahrhunderts gegen Leihbibliotheken und Romanschreiber: Das Lesen mache „süchtig” (damals war man sich der Etymologie von „siechen” noch bewusst) und hindere an der Erfüllung der protestantischen Arbeitsethik. Ich wünsche mir von bdw eine kritische, historische Auseinandersetzung mit dem Suchtbegriff – und keine populistischen Artikel.
Dennis Schmolk, per E-Mail
DAS KORN VON MORGEN
Heft 8/2009
Ein informativer Beitrag, der die hervorragende Arbeit deutscher Züchterhäuser ins rechte Licht rückt. Ob allerdings die abnehmenden Ertragszuwächse (Ausnahmen: 2008 und 2009) beim Getreide dem Klimawandel angelastet werden können, möchte ich bezweifeln. Der Hauptgrund dürfte der niedrige Preis für Getreide gewesen sein, der letzte ertragsabsichernde Maßnahmen nicht mehr rentabel sein lässt.
Ein Beispiel: Wenn, wie in 2009, gegen Ende der Kornfüllungsphase noch ein starker Läusebefall registriert wird, muss der Landwirt abwägen, wie viel Ertragseinbuße zu erwarten ist. Bei einem geschätzten Ertragsverlust von 2 Dezitonnen pro Hektar und einem Preis von 10 Euro pro Dezitonne wären das 20 Euro pro Hektar.
Das entspräche den Kosten nur für das Überfahren der Fläche mit der Pflanzenschutzspritze – ohne Insektizidkosten. Die Maßnahme würde also unterbleiben. Wenn jedoch die Preiserwartung bei 20 Euro pro Dezitonne liegt, wäre eine Bekämpfung der Läuse noch rentabel.
Georg von Petersdorff, per E-Mail
ZWILLINGE
Titelgeschichte Heft 6/2009
Wenn man in der Titelgeschichte „Zwillinge” den Beitrag „Das Leben macht den Unterschied” liest, besonders die Passagen über Copy Number Variants (CNV), kommt man zu der Auffassung, dass die Thesen T.D. Lyssenkos über die Vererbbarkeit erworbener Eigenschaften vielleicht doch nicht so abwegig waren, wie sie immer dargestellt werden. Oder?
Heinz E. Wendel, per E-Mail
GEISTERTEILCHEN ALL-ÜBERALL
Heft 9/2009
Beim Blättern in der Zeitschrift fiel mir auf, dass es dort im grau unterlegten Kasten auf Seite 60 heißt „vor 380 000 Jahren” statt richtig „380 000 Jahre nach dem Urknall”. Bitte stellen Sie Ihren Fehler richtig.
Norbert Schulz, per E-Mail
Herr Schulz hat recht. Danke für den Hinweis! Die Redaktion
KARLHEINZ BRANDENBURG – DER PFADFINDER
Heft 9/2009
Iosono (Klangsystem des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie, Anm.d.Red.) auf Basis der Wellenfeldsynthese mag sicher ein großer Fortschritt hin zur „räumlichen” Wiedergabe von Musikkonserven in den eigenen vier Wänden sein und sich für Surroundsound (Homecinema) bestens eignen. Allerdings gibt es für die 3D-Musikwiedergabe deutlich weniger aufwendige Konzepte, die mit nur zwei bis sechs Lautsprechern auskommen, basierend auf der Korrektur des systembedingten Übersprechens der Stereo-Hauptlautsprecher und gegebenenfalls entsprechend angepasster Mikrofon-Anordnung bei der Aufnahme im Konzertsaal. Sehr detailliert und anschaulich beschrieben ist dies alles von Ralph Glasgal, nachzulesen unter www.ambiophonics.org.
Dr.-Ing. Michael Graw, per E-Mail
DA WAREN’S 112
bdw-Nachrichten Heft 9/2009
Die Darstellung ist nicht ganz richtig. Erstens hat die Darmstadt-Gruppe nicht „Copernicum”, sondern „Copernicium” vorgeschlagen. Laut den Regeln von IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) müssen die Namen von allen neuen Elementen die Endung „ium” haben. Zweitens stehen der Name und das Atomsymbol nicht fest, wie behauptet wird.
Zuerst muss die IUPAC den Vorschlag einer genauen Untersuchung unterwerfen, um sicherzustellen, dass keine Konflikte entstehen. Gibt es Schwierigkeiten, muss man die Entdecker um weitere Vorschläge bitten. Diesen Prozess hat man Anfang August 2009 initiiert.
Das vorgeschlagene Atomsymbol „Cp” hat zwei ernste Probleme: Zum einen ist es schon früher für Cassiopeium verwendet worden (ehemaliger Name von Lutetium, Element Nr. 71), und zum anderen ist „Cp” auch eine sehr verbreitete Abkürzung für Cyclopentadienyl, einen wichtigen Liganden in der metallorganischen Chemie. Die Entdecker müssen also ziemlich sicher wenigstens ein neues Atomsymbol vorschlagen. Die Lage ist offiziell auf der IUPAC-Homepage beschrieben: www.iupac.org.
Ture Damhus, Sekretär der Division VIII von IUPAC (Chemical Nomenclature and Structure Representation)
Ja, wir waren leider vorschnell mit der Meldung des neuen Namens von Element Nummer 112, für das korrekt „Copernicium” vorgeschlagen wurde. Wir bitten um Entschuldigung. Die Redaktion





