von RALF BUTSCHER
Als am 2. August 2007 drei russische Wissenschaftler an Bord des Tauchboots „Mir-1“ den Nordpol erreichten, setzten sie dort umgehend ein deutliches Zeichen: Sie rammten eine Flagge der Russischen Föderation in den Meeresboden unter dem nördlichsten Punkt der Erde, den sie als erste Menschen erreicht hatten. Das Banner im eisigen Wasser des Nordpolarmeers symbolisiert seither – in 4.261 Meter Meerestiefe – den Besitzanspruch des Kreml auf den Nordpol und einen beträchtlichen Teil der ihn umgebenden Arktis. Zugleich ist es ein Sinnbild für die wirtschaftlichen Hoffnungen, die auf dieser unwirtlichen und großenteils noch unerforschten Region ruhen. Denn der hohe Norden birgt eine enorme Menge und Vielfalt an Bodenschätzen – fossile Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas ebenso wie Metallerze und Mineralien. Ein großer Teil davon wird erst durch den Klimawandel und seine Folgen zugänglich. Das eröffnet Möglichkeiten für eine künftige, lohnende Nutzung und weckt nicht nur in Moskau Begierde auf die reichen Ressourcen.





