Doch vor zwei Jahren geriet die Theorie ins Wanken: Messungen zeigten, dass sich die dunkle Materie offenbar verflüchtigt, wenn zwei Spiralgalaxien zu einer elliptischen Galaxie verschmelzen. Denn die Sterne in elliptischen Galaxien, so berichtete damals ein Forscherteam in der Zeitschrift Science, bewegen sich außen deutlich langsamer als innen.
Das stimmt so nicht, sagen jetzt die Forscher um Primack. Die Daten seien lediglich falsch interpretiert worden. Bei den Messungen können nämlich nur die Geschwindigkeiten von Sternen senkrecht zur Sicht des Beobachters gemessen werden. Bei Spiralgalxien wird angenommen, dass die nicht gemessene Geschwindigkeit in Blickrichtung keine Rolle spielt, weil die mittlere Geschwindigkeit ausreicht. Mit Computersimulationen wiesen Primack und seine Kollegen jetzt nach, dass die Verhältnisse in elliptischen Galaxien anders sind. Bei der Kollision werden einige Sterne zum Beispiel auf stark elliptische, längliche Umlaufbahnen abgelenkt. Wie die Forscher berichten, stimmen die gemessenen Geschwindigkeiten genau mit dem überein, was Modelle für die Verschmelzung zweier Spiralgalaxien inklusive dunkler Materie ergeben.




