Bisher ließ sich vulkanisiertes Gummi nicht wiederverwerten. Die Chemnitzer Wissenschaftler entwickelten jedoch einen Verfahren, das aus Altreifenmehl und Polypropylen einen neuartigen Kunststoff erstellt. Das Produkt ist ein äußerst stabiler und formbarer Werkstoff, der zur Gruppe der Thermoplastischen Elastomere (TPE) gehört. “Im Vergleich zu handelsüblichem TPE, das aus Kautschuk und Kunststoff besteht, hat das neue Material zwei deutliche Vorteile: Es ist um zwei Drittel billiger und kann zudem immer wieder geschmolzen und umformt werden”, lobt Dr. Hannes Michael vom Institut für Kunststoffverarbeitungstechnik das Recyclingprodukt. Aufgrund der hohen Zugfestigkeit und des guten Dehnungsverhalten, sagt er dem Altgummi eine große Zukunft im Automobilbau voraus, denn hier werden schlag- und stoßbelastbare Bauteile benötigt.
Im Verbund mit Maschinenherstellern und Automobilzulieferern bringen die Wissenschaftler den neuen Kunststoff demnächst auf den Markt. Auf der Münchner Messe Materialica werden Musterautoteile wie Radkästen, Lüftergehäuse oder Kabelkanäle Anfang Oktober erstmals der deutschen Öffentlichkeit vorgeführt. Ab 2002 soll der neuartige Kunststoff dann in großen Mengen produziert werden.





