Der Kropf ist eine Art Vorratskammer in der Speiseröhre. Enten, Tauben, Hühner oder auch Flamingos benutzen ihn als Zwischenlager für Samenkörner. Die Nahrung wird dort auch eingeweicht. Weil Vögel keine Zähne haben, können sie die Körner nicht im Mund zerkleinern. Diese Arbeit erledigt der so genannte Kau- oder Muskelmagen, ein oft mit Steinchen gefülltes, muskulöses Verdauungsorgan. Auch viele Reptilien, zum Beispiel Krokodile, besitzen einen Muskelmagen. Zheng und Kollegen fragten sich daher, wann sich das spezialisierte Verdauungssystem der Vögel mit Kropf entwickelt hat.
Die Entdeckung der Fossilien zeigt, dass die Vögel schon früh mit dem Verzehr von Körnern begannen. Denn eine der beiden Arten mit Kropf war Sapeornis chaoyangensis, ein urtümlicher Vogel, der noch Krallen an den Flügeln und Zähne im Oberkiefer besaß. Die andere Art, ein Watvogel namens Hongshanornis, war dagegen schon recht weit entwickelt und zählt zu den wenigen Arten der frühen Kreidezeit ohne Zähne. Die Art gehört zu der Linie, aus denen die modernen Vögel hervorgingen. Die Forscher vermuten, dass die Entwicklung des Kropfes und de Rückentwicklung der Zähne zusammenhingen.
Was für Samen die Urvögel verspeisten, können die Forscher nicht genau sagen. Die Blütenpflanzen, deren Früchte Vögel heute vielfach verspeisen, begannen sich damals erst zu entwickeln. Gräser gab es noch nicht. Die Forscher vermuten daher, dass die beiden Arten die Samen von Koniferen und Gingkos aufpickten. Allerdings passt die Größe der Körner im Kropf nicht zu bekannten Baumarten.





