Flugzeugentführer könnten mit “akustischen Geschossen” ohne Gefährdung der übrigen Flugpassagiere ausgeschaltet werden. Diese Idee prüft das US-Verteidigungsministerium nun nach den Anschlägen vom 11. September, meldet der New Scientist.
Das von der Entwicklerfirma American Technologies in San Diego patentierte akustische Gewehr besteht aus einem rund ein Meter langen und vier Zentimeter dicken Rohr aus einem Polymermaterial. In dem Lauf sind piezoelektrische Scheiben montiert, die als kleine Lautsprecher wirken. Beim “Abdrücken” sendet die hinterste Scheibe eine Druckwelle aus, die durch die exakt auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Welle abgestimmten nachfolgenden Scheiben verstärkt wird.
“Der Schallimpuls schießt heraus beinahe wie ein Geschoss?, berichtet Elwood Norris, Vorsitzender von American Technologies. Der Schalldruck liege bei über 140 Dezibel. In einem Selbstversuch hat Norris bereits eine etwas schwächere Version der Waffe auf sich selbst gerichtet. “Es hat mich meistens umgehauen”, sagt Norris.
Nach einem Bericht britischer Verteidigungsexperten verursacht ein solches akustisches Geschoss nicht nur extreme Schmerzen an den Trommelfellen. Es könnte auch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr vorübergehend lahmlegen ? ein Effekt, der als Tullio-Phänomen bezeichnet wird.
Der Physiker Jürgen Altmann von der Universität Dortmund sieht in einem Einsatz der Waffe aber auch Risiken: Der Schallimpuls sei nicht sehr eng begrenzt und könnte auch andere Passagiere treffen oder an den Kabinenwänden reflektiert werden. Vorübergehende Hörschäden können die Folge sei, sagt der Experte für akustische Waffen.
Ulrich Dewald





