Keine Freude mit ihrem Nokia-Handy hatte eine 24-jährige Frau, die Anfang November in der finnischen Stadt Lahti durch eine Explosion des Geräts so schwer verletzt wurde, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Finnin gab an, ihr sei das Handy zu Boden gefallen und ausgegangen. Als sie anschließend versuchte, den Akku im Handy aufzuladen, habe es diesen zerfetzt. Kein Einzelfall, wie der weltweit größte Hersteller von Mobiltelefonen eingestand: Rund 30 bis 40 Fälle von explodierten Lithium-Ionen-Handy-Akkus seien Nokia bekannt, hieß es. Allerdings: Dabei handele es sich stets um keine Original-Akkus, sondern um Fälschungen, die nicht über die bei den Geräten von Nokia und anderen Handy-Herstellern obligatorischen Schutzfunktionen verfügten. Diese verhindern einen Kurzschluss im Akku, etwa wenn er überladen wird.
Bei Untersuchungen der Stiftung Warentest und der belgischen Verbraucherschutzorganisation Test-Aankoop fanden die Warentester eine Reihe von Akkus, die sich bei einem Kurzschluss so stark erhitzten, dass das Gehäuse zu schmelzen begann. Auch bei diesen Stromspendern – allesamt ältere Modelle in Nickel-Metallhydrid-Technologie – handelte es sich aber offenbar um Kopien. Bei Original-Akkus von Nokia wurden dagegen keine Mängel festgestellt.
Allerdings: Die Plagiate waren beim Einkauf kaum von echten Nokia-Akkus zu unterscheiden und steckten sogar in einer Original-Verpackung. Nokia berichtet von über fünf Millionen kopierten Produkten, die bis Ende November 2003 weltweit sichergestellt worden seien. Das zuverlässigste Indiz für eine Fälschung ist ihr niedriger Preis: Während ein Original-Akku meist zwischen 30 und 50 Euro kostet, sind Billig-Kopien bereits für 2 bis 3 Euro zu haben.
Ralf Butscher





