Schon in zwei Jahren könnte es einen tragbaren 3-D-Scanner geben, der auch für gewöhnliche Computernutzer erschwinglich ist. Eine britische Firma hat ein Konzept entwickelt, bei dem nur eine einzige Kamera nötig ist, um die dreidimensionale Form eines Objekts einzufangen. Die Firma Spiral Scratch aus Liverpool hofft, ihren Scanner schon für einen Preis von etwa 150 Euro anbieten zu können. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist (Ausgabe vom 6. März).
Die heute verfügbaren 3-D-Scanner sind riesige Geräte, die tausende von Euro kosten und praktisch ausschließlich in der Industrie verwendet werden. Die meisten dieser Maschinen verwenden eine ganze Reihe von Kameras, die ein Objekt von allen Seite aufnehmen und es dann dreidimensional im Computer nachbilden. Das neue System ist eher für den Hausgebrauch gedacht und basiert auf einem viel einfacheren Prinzip: Ein Projektor strahlt Licht durch ein Gitter und erzeugt so ein Muster aus horizontalen Linien, das auf den zu scannenden Gegenstand fällt.
Diese Linien sind nur an einem Referenzpunkt direkt vor dem Objekt scharf. Auf der Oberfläche des Gegenstandes selbst erscheinen sie mehr oder weniger unscharf, abhängig davon, wie weit ein bestimmter Punkt vom Referenzpunkt entfernt ist. Eine mit einem Computer verbundene Kamera nimmt dann die Lichtlinien auf und berechnet aus ihrer Schärfe die Form der Oberfläche. Je unschärfer eine Linie, desto weiter hinten befindet sich der entsprechende Punkt im Raum. Diese Aufnahmen werden wiederholt, während sich der Gegenstand auf einer rotierenden Plattform langsam um die eigene Achse dreht. Dadurch entsteht im Computer ein vollständiges Bild des Objekts.
Bei bestimmten Formen müsse der Gegenstand zusätzlich noch auf die Seite gedreht werden, damit tatsächlich alle Bereiche der Oberfläche erfasst werden können, schreibt der “New Scientist”. Schließlich werden auf die fertige Form noch die ebenfalls von der Kamera aufgenommenen Farben des Gegenstands projiziert. Der Scanner sei besonders für Spielefans interessant, so das Magazin. Kinder könnten beispielsweise ihr Lieblings-Spielzeugauto einscannen und dieses dann in ein Autorennspiel integrieren.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





