Beim fiktiven Star-Wars-Planeten Tatooine stehen nicht nur zwei Sonnen am Himmel, seine Umlaufbahn führt den Planeten um beide Zentralsterne herum. Doch ob es solche zirkumbinären Exoplaneten auch in Wirklichkeit gibt, war lange strittig. Denn Astronomen vermuteten, dass sich wegen der Schwerkraftturbulenzen der beiden sich umkreisenden Sternenpartner keine stabilen Planeten in ihrem Umfeld bilden können. Erst 2011 wurde mit Kepler-16b ein erster zirkumbinärer Exoplanet entdeckt. Seither sind noch 17 weitere hinzugekommen – bei mehr als 6000 bekannten Exoplaneten ist das nicht viel.
Warum die Suche schwierig ist
Doch ob Astronomen einen Exoplaneten finden, hängt stark von der Fahndungsmethode ab. Fast alle bisher bekannten „Tatooine“-Planeten wurden mithilfe der Transitmethode aufgespürt – der Planet verriet sich, weil er direkt vor seinen Sternen vorbeizog und dabei ihr Licht ein wenig abdimmte. „Durch ihre charakteristischen Transitsignaturen sind dies sehr verlässliche Nachweise“, erklären Margo Thornton von der University of New South Wales in Australien und ihre Kollegen.
Das Problem: Die Transitmethode funktioniert nur dann, wenn die Orbits von Planet und Sternen auf einer Ebene und in unserer Sichtlinie liegen. Zieht der Exoplanet dagegen nicht direkt vor den Sternen vorbei, bleibt er unsichtbar. „Dadurch bleibt eine potenziell große Population von zirkumbinären Planeten in weiten oder nicht coplanaren Orbits unentdeckt“, erklären die Astronomen.






